Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
 Universitätsmedizin Leipzig

Computertomographie (CT)

Was ist Computertomographie oder wie funktioniert das CT-Gerät?
Wie geht eine CT-Untersuchung vor sich?
Wie hoch ist die Strahlendosis bei einer CT-Untersuchung?
Ist für die Untersuchung eine Kontrastmittelgabe notwendig?
Gibt es alternative Untersuchungsmethoden?

Was ist Computertomographie oder wie funktioniert das CT-Gerät?

Die Computertomographie (CT) müsste eigentlich Röntgen-Computertomographie heißen. Wie der Name sagt, ist es eine computergestützte Röntgenuntersuchung. Tomographie bedeutet Darstellung in Schichten oder Scheiben, in diesem Fall Schichten des Körpers oder eines Körperabschnittes. Die Computertomographie ist eine diagnostische Methode, mit der Veränderungen im Körper sichtbar gemacht werden können. Wie bei normalen Röntgenuntersuchungen macht man sich dabei die unterschiedliche Durchlässigkeit verschiedener Körpergewebe für Röntgenstrahlen zunutze. In modernen Spiral-Computertomographen rotiert kontinuierlich eine Röntgenröhre um den Aufnahmetisch herum. Der Röntgenröhre gegenüberliegend, auf der anderen Seite des Patienten, befindet sich das Aufnahmesystem (Detektor). All dies ist für den Patienten nicht sichtbar, da sich die Röntgenröhre und das Aufnahmesystem in einem Gehäuse (Gantry) befindet.

Während eines vollständigen Umlaufs der Röntgenröhre um den Körper werden fächerförmig Röntgenstrahlen durch den Körper geschickt und es wird die Abschwächung dieser Röntgenfächerstrahlen hinter dem Patienten im Detektor aufgezeichnet. Aus dieser sehr großen Anzahl von Meßwerten (Schwächungswerten) berechnet ein Computer ein Bild, das die Dichteverteilung im untersuchten Körper widerspiegelt. Wie auf einem Röntgenbild werden dichte Strukturen wie z.B. Knochen oder Verkalkungen hell abgebildet, während wenig dichte Strukturen wie Fettgewebe oder Luft sehr dunkel dargestellt werden. Weichteilgewebe und Flüssigkeiten besitzen eine mittlere Dichte und werden mit mittleren Grauwerten abgebildet. Die Untersuchung wird anhand eines Filmes oder an einem Monitor ausgewertet, sie kann dabei in unterschiedlichen Darstellungsformen betrachtet werden.

Zeitgemäße CT-Geräte sind die so genannte Spiral-Computertomographen. Der Patient wird hier nicht schrittweise, sondern kontinuierlich und in wenigen Sekunden durch das Gerät geschoben. Dabei dreht sich die Röntgenröhre fortlaufend um den Patienten. Aus den gewonnenen Daten lassen sich wiederum Bilder jeder gewünschten Körperschicht errechnen. Der Vorteil der Spiral-CT ist der, dass die Untersuchung sehr schnell geht. Der Patient hält für einige Sekunden die Luft an, und in dieser Zeit kann ein großer Körperabschnitt wie zum Beispiel der Brustkorb oder der Oberbauch aufgenommen werden.

Eine Weiterentwicklung des Spiral-CT stellt das so genannten Mehrzeilen-Spiral-CT dar. Mit diesen allerneuesten Geräten, von denen in unserer Klinik sogar zwei arbeiten, sind noch schnellere Untersuchungen möglich. Das liegt daran, dass nicht nur eine Reihe von Detektoren, sondern mehrere Detektorreihen (inzwischen 4-16) nebeneinander liegen. Bei Untersuchungen, die mit Kontrastmittel durchgeführt werden müssen, kann so eine noch bessere Kontrastmittelverteilung erfasst werden. Über die dünnen Schichten lassen sich ebenfalls beliebige Schnittrichtungen berechnen und so Bilder in verschiedenen Ebenen darstellen.

Die einzelnen Querschnittbilder können vom Bildschirm auf Filme oder Papier übertragen oder vom Rechner direkt auf CD, Disketten oder Magnetbändern gespeichert werden. Die Rechenleistung des Computers ermöglicht es, dass am Ende nicht nur Querschnittbilder dargestellt werden können, sondern durch Aneinanderreihung der Bildpunkte aus verschiedenen Querschichten auch Längs- oder Schrägschichten.

Wie geht eine CT-Untersuchung vor sich?

Ein CT-Gerät ist sehr groß und man benötigt dafür einen eigenen Raum. In der Mitte des Gerätes befindet sich eine Öffnung, in die der Patient auf einer Liege geschoben wird. Für die Dauer der Untersuchung, normalerweise wenige Minuten, liegt der Patient in der Öffnung und hat über eine Gegensprechanlage Kontakt mit den untersuchenden Ärzten und Assistenten. Wegen der Röntgenstrahlen hält sich das Fachpersonal hinter einer Schutzwand auf, durch die sie den Patienten aber sehen können. Die Röntgenstrahlen könnten für die Mitarbeiter ein höheres Risiko bedeuten als für Patienten, weil sie im Unterschied zu diesen täglich der Strahlung ausgesetzt wären und sie im Laufe ihres Arbeitslebens eine unvertretbar hohe Gesamtdosis "ansammeln" würden.

Die Meßzeit jedes Körperquerschnittes beträgt jeweils wenige Sekunden. Dabei sollten Sie ruhig, und entspannt liegen, stärkere Bewegungen vermeiden und die Atemkommandos genau befolgen (keine extremen Atembewegungen; ruhiges und gleichmäßiges Ein- und Ausatmen!).

Die Untersuchung selbst ist völlig schmerzfrei und dauert je nach Aufwand 10 bis 30 Minuten. Inklusive Vorbereitung sollten Sie dennoch 1-2 Stunden einkalkulieren, für eine Sofortbefundung oder Mitnahme der Bilder (sofern erforderlich) eventuell noch länger.

Wie hoch ist die Strahlendosis bei einer CT-Untersuchung?

Da die Strahlendosis von verschiedenen Faktoren abhängt, wie zum Beispiel von der Anzahl und der Dicke der Schichtaufnahmen oder dem Umfang des zu untersuchenden Bereichs, ist es schwer, eine allgemeine Aussage über die Strahlenbelastung für den einzelnen Patienten zu treffen. Nicht zuletzt ist die Strahlenempfindlichkeit der Gewebe sehr verschieden. Bei einer CT-Untersuchung des Schädels ist der Patient Belastungen von drei Millisievert (abgekürzt mSv) ausgesetzt, bei einer Wirbelsäulenuntersuchung sind es sieben mSv und eine Untersuchung des Bauchraumes ist mit 20 mSv effektiver Dosis angegeben. Exakte Angaben über die Strahlenbelastung zu geben sind auch für den behandelnden Arzt oder das für die Untersuchung verantwortliche Fachpersonal sehr schwierig, da diesen Kalkulationen äußerst komplizierte Berechnungen zugrunde liegen. Im Allgemeinen ist die Strahlenbelastung oftmals höher als bei einer "normalen" Röntgenuntersuchung. Der Diagnostische Nutzen überwiegt jedoch meistens gegenüber dem Strahlenrisiko. Dennoch sollte der Patient vorher mit dem Arzt über die Notwendigkeit der Untersuchung sprechen, auch, um unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden.
Selbst wenn bei einer Untersuchung nur relativ geringe Strahlenmengen den Patienten belasten, sollte man diese dennoch nicht vernachlässigen. Aufgrund von Erkenntnissen über die Wirkung schwacher energiereicher ionisierender Strahlung (eine solche ist die Röntgenstrahlung) auf den Menschen kann man jedoch erwarten, dass das dem Patienten entstehende Risiko äußerst gering ist. Gegenüber dem Strahlenrisiko ist das Risiko abzuwägen, das aus einer nicht durchgeführten Untersuchung resultiert, zum Beispiel infolge eines übersehenen Tumors oder einer Metastase.

Ist für die Untersuchung eine Kontrastmittelgabe notwendig?

Ist der natürliche Kontrast zu schwach, ist die Gabe von Kontrastmitteln nötig. Die Kontrastmittel werden über eine Kontrastmittelpumpe in die Armvenen gespritzt und erzeugen besser beurteilbare Bilder. Bei Untersuchungen des Bauchraums kann es auch sein, dass das Kontrastmittel oder Wasser getrunken werden muss. Die Verwendung von Kontrastmitteln stellt heute mehr die Regel als die Ausnahme dar.

In unserer Klinik erfolgt täglich bei mehr als 100 Patienten eine Kontrastmittelinjektion in eine Vene und in den letzten Jahren sind hierbei praktisch nie ernste unerwünschte Wirkungen aufgetreten. Während der Eingabe des Kontrastmittels kann der Patient ein intensives Wärmegefühl spüren, das in allen Bereichen seines Körpers bemerkbar sein kann. Dieses zum Teil etwas unangenehme Gefühl besteht aber nur für die kurze Zeitdauer der Injektion und vergeht nach einigen Sekunden. Bei den Kontrastmitteln handelt es sich meist um jodhaltige Lösungen, die für den Patienten in der Regel gut verträglich sind und nach kurzer Zeit über die Nieren wieder ausgeschieden werden. Vor einer Kontrastmitteluntersuchung findet ein Gespräch mit dem untersuchenden Radiologen statt, in dem der Patient über mögliche Risiken und Nebenwirkungen der Kontrastmittelgabe informiert wird und eventuell bestehende Risikofaktoren erfasst werden können. Zu den Risikofaktoren gehören unter anderem eine schlechte Nierenfunktion (Niereninsuffizienz), ausgeprägte Allergieneigungen, eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder der Verdacht auf einen bösartigen Schilddrüsentumor. Aber auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten (z.B. Antidiabetika) kann ein Risikofaktor für die Gabe von Kontrastmittel sein. In diesen Fällen ist eine Kontrastmittelgabe in der Regel nicht oder nur unter Vorsichtsmaßnahmen möglich.

Ernste Nebenwirkungen im Rahmen einer solchen Kontrastmittelgabe sind extrem selten. Grundsätzlich können aber Nebenwirkungen auftreten, bis hin zu schweren Kontrastmittelreaktionen.

Gibt es alternative Untersuchungsmethoden?

Neben der Computertomographie gibt es noch einige weitere Untersuchungsmethoden, wie zum Beispiel die Magnetresonanztomographie (MRT), auch Kernspintomographie genannt oder die Sonographie (Ultraschalluntersuchung). Ob die jeweilige Untersuchungsmethode eher in Frage kommt und eine bessere diagnostische Beurteilung ermöglichen, hängt von der zu klärenden Fragestellung und der zu untersuchenden Körperregion ab und muss individuell entschieden werden.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr OA Dr. med. Thomas Schulz

 
Letzte Änderung: 25.04.2014, 12:11 Uhr
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